BMBF Aletheia
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Aletheia - Semantische Föderation umfassender Produktinformationen



Die Vision: Ganzheitliche Sicht auf produktbezogenes Wissen für Her­stel­ler, Händler und Kunden

Die Anforderungen an die Verwaltung von Produktinformationen erfahren derzeit einen radikalen Wandel. In allen Bereichen des Produktlebenszyklus fallen umfangreiche produktbezogene Daten und Informationen an. Bestehende Systeme zur Verwaltung dieser Daten (Product Lifecycle Management Systeme) sind den  kommenden Ansprüchen nicht gewach­sen.

Heutige Systeme zur Verwaltung von Produktinformationen fokussieren auf die Lebensphasen Entwicklung, Produktion und Vertrieb, doch vernachlässigen die vorgelagerten Phasen Kunden­bedarfs­analyse  und Produktportfoliomanagement sowie die späteren Phasen Betrieb, Wartung und Wiederverwertung. Bedeut­­­­same und zunehmend umfangreichere Informationsquellen wie Internetforen, Blogs, Wikis, Emails oder Dokumente aus Büroanwendungen werden zurzeit nicht erfasst. Schließlich sind die aktuellen Systeme auch für Produkttypen wie  Software oder Dienstleistungen nicht geeignet.

Diese Defizite in den drei wesentlichen Achsen Produktlebenszyklus, Informa­tions­quellen, Produkttypen werden durch Aletheia adressiert. Durch die Verknüpfung aller produktbezogenen Informationen über die Lieferkette und den Produktlebenszyklus hinweg mit Informationen aus betrieblichen Geschäfts- und Büroanwendungen, dem Internet und von intelligenten Gütern entsteht eine neue Dimension einer umfassenden Wissens­basis – extrem wertvoll für viele Geschäftsprozesse und damit für Verbraucher, Dienstleistungsanbieter und Hersteller.

 

Lösungsansatz

Um die genannten Ziele zu erreichen, verfolgt das Projekt Aletheia einen Ansatz, der weit über die Fähigkeiten existierender Lösungen hinausreicht. So zieht es zur Beantwortung von Anfragen nicht nur strukturierte Daten aus unternehmens- eigenen Informationsquellen wie Produkt-Datenbanken heran, sondern auch unstrukturierte Daten aus Office-Dokumenten und Web-2.0-Quellen wie Wikis, Blogs oder Web-Foren sowie Sensor- und RFID-Daten.

 


Struktur von Aletheia

 

Die Heterogenität dieser Quellen macht es notwendig, die dort enthaltenen Informa­ti­o­nen in eine einheitliche Form zu bringen, bevor sie zur Beantwortung der Anfrage des Benutzers genutzt werden. Hierbei wird nicht nur die explizit in den verwen­deten Quellen enthaltene Infor­ma­ti­on zu­rück­gegeben, sondern es wer­den semanti­sche Technologien eingesetzt, um dar­über ­hinaus implizi­tes Wissen abzuleiten und dem Benutzer zur Verfügung zu stel­len.

Die gefundene Antwort wird schließlich in einer Form präsentiert, die an den Kontext und die Rolle des Benutzers (Kunde, Kundendienst-Mitarbeiter, Produkt-Desig­ner etc.) angepasst ist. Ein wichtiger Ge­sichts­punkt hierbei ist die Berücksichtigung der entsprechenden Zugriffsrechte und des Datenschutzes.

Der Ansatz von Aletheia ist folglich charak­terisiert durch

  • Wissensgewinnung aus unter­schied­lichen Quellen,

  • einheitliche Darstellung des gewonnenen Wissens,

  • Ableitung von implizit enthaltenem Wissen,

  • Darstellung der gefundenen Antwort in einer auf die Rolle und den Kontext des Benutzers zugeschnittenen Form.

 

Anwendungszenarien

Aufgrund des universellen Ansatzes von Aletheia können die entwickelten Tech­ni­ken in unterschiedlichsten Anwendungs­feldern zum Einsatz kommen.

 

Mehrwert durch umfassendes Produktwis­sen

Am Aletheia-Forschungsprojekt sind Industriepartner aus diversen Geschäfts­bereichen mit entsprechenden Anwen­dungs­szenarien beteiligt – in unter­schiedlichen Branchen, zu unterschiedlichen Zeitpunkten im Produkt-Lebenszyklus, für unterschiedliche Gruppen von Benutzern. So existieren Szenarien

  • zur Beurteilung der Notwendigkeit einer Erweiterung einer Produkt­palette,

  • zur Entwicklung von neuartigen Produkt-Informationssystemen für den Kundendialog,

  • zur Erkennung von Integritäts- verletzungen bei Produktflüssen an­hand von Sensor- und RFID-Da­ten,

  • zur Bereitstellung einer einheit­lichen Schnittstelle zu Produkt­informationen wie Handbüchern, Schulungsmaterialien, Beispielen, herstellerspezifischen Termino­lo­­gien und Benutzerforen.

Durch die Betrachtung dieser Szenarien wird sichergestellt, dass die vielfältigen Anforderungen aus der Praxis von Anfang an im Projekt berücksichtigt werden.

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